
Sind Schützenfeste eigentlich noch zeitgemäß? Wer dieser Frage nachgeht, könnte in diesen Tagen zu einer überraschenden Antwort kommen. Kaum waren sie in Elmshorn proklamiert, war die neue Königsrotte schon wieder unterwegs: Beim großen Bürger- und Schützenfest in Halstenbek hatte sie am 6. September ihren ersten
auswärtigen Auftritt. Die neue Königin Martina Krajewski-Guttenberg, 1. Ritter Tanja Schliemann und 2. Ritter Helmut Guttenberg waren beim Umzug und bei der Proklamation dabei und präsentierten sich erstmals den befreundeten Schützenschwestern und Schützenbrüdern aus der Region.

Der Blick auf das Festgeschehen in Halstenbek konnte dabei durchaus Mut machen. Beim Bürger- und Schützenfest, einem der letzten großen Schützenfeste des Jahres in Schleswig-Holstein, war die Festhalle voll. Besonders auffällig: Viele junge Menschen feierten an den Vorabenden mit – ausgelassen, selbstverständlich und mit sichtbarer Freude an der
Gemeinschaft. Schützenfeste können Menschen offenbar noch immer begeistern – und das über Generationen hinweg.

Für Martina Krajewski-Guttenberg ist das Königinnenjahr zugleich eine besondere Rückkehr.
Bereits 2009 war sie Königin der Elmshorner Schützengilde und erhielt damals den Beinamen
„Martina die Tanzkönigin“. Wer Martina und ihren Ehemann Helmut kennt, weiß, dass dieser
Titel durchaus seine Berechtigung hatte: Bei einer guten Feier lassen die beiden kaum einen Tanz aus. An ihrer Seite stehen in diesem Jahr Tanja Schliemann als 1. Ritter und Helmut Guttenberg als 2. Ritter. Für Helmut ist das eine besondere Wiederholung: Bereits 2009 gehörte er als 2. Ritter zur Königsrotte.

Zum neuen Bürgerschützenkönig wurde beim diesjährigen Hafenfest Gerhard Grass proklamiert. Unser Ehrenmitglied und Elmshorner Oberbürgermeister Erik Sachse übernahm die
Proklamation und hängte dem neuen Bürgerschützenkönig persönlich die Königskette um.

Comeback beim Elmshorner Hafenfest.
Der erste Auftritt der neuen Königsrotte kam nicht von ungefähr. Nur wenige Tage zuvor hatte die Elmshorner Schützengilde beim Hafenfest selbst ihr Comeback gefeiert. Nach zwei Jahren Pause war sie erstmals mit ihrem mobilen Schießstand, mit neuem Standort am Wedenkamp, wieder dabei. Trotz des wechselhaften Wetters kamen mehrere hundert Besucher ins Gildezelt. Manche trauten sich zunächst nicht so recht an das Gewehr, aber nach fachkundiger Anleitung war die Zurückhaltung schnell verschwunden. Aus manchem vorsichtigen ersten Versuch wurde sichtbare Begeisterung – und am Ende verließen viele Besucher den Schießstand mit strahlenden Gesichtern. Einer hatte dabei besonderen Ehrgeiz entwickelt: Ein junger Teilnehmer versuchte sich gleich zehnmal, jeweils mit fünf Schuss.